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Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann (generalistische Pflegeausbildung)

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ist eine dreijährige schulische und praktische Ausbildung, die zur Ausübung eines anspruchsvollen und verantwortungsvollen Berufs im Gesundheitswesen befähigt. Die Ausbildung erfolgt generalistisch, das heißt: Sie vereint die bisherigen Ausbildungen der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege in einem einheitlichen Berufsabschluss.

Ziel der Ausbildung

Ziel ist die Entwicklung einer beruflichen Handlungskompetenz, mit der Pflegefachpersonen Menschen aller Altersgruppen in unterschiedlichen Lebenssituationen professionell pflegen, begleiten und beraten können – in der stationären Akutpflege, in der Langzeitpflege, in der ambulanten Pflege sowie im Bereich der Kinder- und Jugendpflege.

Struktur der Ausbildung: Drei Lernorte

Die Ausbildung gliedert sich in drei eng verzahnte Lernorte, die gemeinsam zur Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz beitragen:

  • Lernort Schule: Unterricht an der Berufsfachschule für Pflege
  • Lernort Praxis: praktische Ausbildung in verschiedenen Pflegeeinrichtungen
  • Lernort Simulation und Reflexion: geschützter Übungs- und Reflexionsraum zur Verbindung von Theorie und Praxis

Dauer:

3 Jahre (Vollzeit)

Die Berufsfachschule für Pflege der F+U Niedersachsen gGmbH bietet eine umfassende und qualifizierte Ausbildung im Pflegebereich an.

Die Ausbildung startet regelmäßig zu vier festen Terminen im Jahr

  • Februar
  • April
  • Juli
  • Oktober

Diese strukturierte Planung ermöglicht eine flexible und planbare Einstiegsmöglichkeit für angehende Pflegefachkräfte.


Umfang der Ausbildung

Die Ausbildung umfasst insgesamt 4.600 Stunden und gliedert sich in einen schulischen und einen praktischen Teil:

Bereich

Stundenumfang

Schulischer Unterricht (Theorie)

2.400 Stunden

davon berufsbezogener Lernbereich

2.100 Stunden

davon berufsübergreifender Lernbereich

300 Stunden

Praktische Ausbildung (Lernort Praxis)

2.500 Stunden


  • Lernort Schule – Theorie

    Der Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 2.100 Stunden und orientiert sich an acht Kompetenzbereichen nach dem Rahmenlehrplan. Vermittelt werden unter anderem:

    • Pflegeprozesse und Pflegediagnostik
    • Kommunikation und Beratung
    • Krankheitslehre und medizinische Grundlagen
    • Recht, Ethik und interprofessionelle Zusammenarbeit
    • Pflege von Menschen in besonderen Lebenssituationen
    • Digitalisierung und Qualität in der Pflege



  • Lernort Praxis – Pflichteinsätze und Vertiefung

    Die praktische Ausbildung erfolgt bei einem Träger der praktischen Ausbildung und wird durch Einsätze in verschiedenen Versorgungsbereichen ergänzt.

    Einsatzbereich

    Mindestdauer

    Stationäre Akutpflege

    400 Std.

    Stationäre Langzeitpflege

    400 Std.

    Ambulante Pflege

    400 Std.

    Pädiatrie

    120 Std.

    Psychiatrie

    120 Std.

    Träger der praktischen Ausbildung

    1.300 Std.

    Vertiefungseinsatz im 3. Ausbildungsjahr

    500 Std.

  • Lernort Simulation und Reflexion

    Dieser dritte Lernort dient der gezielten Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung von Praxiserfahrungen. In Skills-Labs, Simulationstrainings und Reflexionsräumen setzen sich die Auszubildenden mit pflegerischen Situationen auseinander. Inhalte können sein:

    • Pflegerische Handlungstrainings an Modellen und Simulatoren
    • Kommunikations- und Beratungssimulation
    • Alterssimulation
    • Kriseninterventionen im Team
    • Geführte Reflexionen von Praxiserfahrungen

    Diese Lerneinheiten fördern die Verknüpfung von Wissen, Können und Haltung und stärken das professionelle Selbstverständnis.


Abschluss und Berufsbezeichnung

Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung, bestehend aus:

  • schriftlichem Teil
  • praktischem Teil
  • mündlichem Teil

Berufsabschluss:
Pflegefachfrau / Pflegefachmann
(EU-weit anerkannt)

 

Perspektiven nach der Ausbildung

  • Arbeit in allen Versorgungsbereichen: Klinik, Pflegeheim, ambulanter Dienst, Reha, Kinder- oder Psychiatriepflege
  • Weiterbildung: Praxisanleitung, Palliativpflege, Intensivpflege u. v. m.
  • Studium: Pflegepädagogik, Pflegemanagement, Pflegewissenschaft




Zulassungsvoraussetzungen zur Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann

Um die Ausbildung beginnen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Schulische Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss)
    oder
  • Hauptschulabschluss und
    ► eine erfolgreich abgeschlossene mind. zweijährige Berufsausbildung
    oder
    ► eine erfolgreich abgeschlossene einjährige Helferausbildung in der Pflege (z. B. Pflegeassistenz oder Altenpflegehilfe)

Gesundheitliche Eignung

  • Ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Pflegeberufs (z. B. keine ansteckenden Krankheiten, psychische Belastbarkeit, körperliche Leistungsfähigkeit)
  • Impfnachweis (mindestens Masern)

Sprachliche Kompetenz

  • Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) vorausgesetzt
    (besonders wichtig für Bewerber:innen mit ausländischem Schulabschluss)

Besondere Hinweise

  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Bei ausländischen Bildungsnachweisen ist ggf. eine Anerkennung bzw. Gleichwertigkeitsfeststellung erforderlich